Zurueck zur UebersichtZurueck zur Uebersicht
Titelbild zum Charakterdesign
Charaktergestaltung/2024 / 05 / 10/5 Min. Lesezeit

Hinter den Kulissen des Charakterdesigns

Das Charakterdesign bekam erst dann eine klare Form, als wir nicht mehr fragten, ob eine Silhouette nur cool aussieht, sondern welche Eide und welchen Preis diese Figur bereits getragen hat.

Zuerst musste die Silhouette tragen, dann erst der Schmuck

Das Problem der ersten Entwuerfe war klar: Es gab viele interessante Motive, aber die Figur selbst war nicht stabil. Talismane, Knochenschmuck, Stoffbaender und Ritualwerkzeuge waren jeweils spannend, ueberlagerten zusammen jedoch die Person.

Darum sind wir erst einmal zu Schwarzweiss-Silhouette, Haltung und Schwerpunkt zurueckgekehrt. Erst als diese Ebene allein Stimmung transportierte, bekam jedes spaetere Detail eine echte Aufgabe.

Narben und Stoff muessen gelebten Dienst zeigen

Gesichtsnarben, abgescheuerte Aermel und ermuedete Stoffe sollten nie nur cool wirken. Sie mussten eine Funktion und eine Geschichte tragen. Wer nahe an Feuerriten arbeitet, braucht Brandspuren; wer jahrelang kniet oder schleppt, hinterlaesst andere Abnutzungen.

Auch das Gewicht der Kleidung veraendert die Figur. Schwere Saeume und langsamere Falten lassen jemanden zeremoniell gebunden erscheinen, waehrend leichtere Schichten besser zu Figuren passen, die zwischen den Regeln leben.

Wiedererkennbarkeit muss Distanz und Bewegung ueberstehen

Ein starkes Konzeptblatt bedeutet noch nicht, dass eine Figur im Spiel sofort lesbar ist. Deshalb haben wir Schultern, Rueckensilhouetten und das Verhaeltnis von harten Accessoires zu weichem Stoff immer wieder ueberarbeitet, bis die Identitaet auch in Rauch, Dunkelheit und Kampf lesbar blieb.

In dieser Phase haben wir mehr entfernt als hinzugefuegt. Gesucht war keine maximale Dekoration, sondern eine praegnante Figur, die auch unter Druck wiedererkannt wird.